Zurückhaltend andersartig

  • Kunde
  • Entstehung 2007 bis heute
  • Leistung Corporate Design

Komisch: Das Grand Hotel ist gar kein Hotel; dafür aber eine Kneipe bzw. ein Café bzw. eine Bar oder neu-deutsch: eine Lounge. In einem ehemaligen Waagengeschäft – welches zweifelsohne besonderen Charakter durch große Fensterflächen, hohe Räume und Emporen im Inneren besitzt – eröffnet eine weitere Kneipe. Zwar direkt am Schlossgarten und prominent am Innenstadtwall, dennoch eine unter vielen – schließlich hat Osnabrück mit der Altstadt eine enorm hohe Kneipendichte.

Wie kann sich die neue Gastronomie in diesem Umfeld bemerkbar machen? Wie soll das Grand Hotel von Besuchern, Personal, DJs, der Presse usw. wahrgenommen werden? Auf der Basis der gemeinsam mit den Betreibern benannten Werte populär, selbstbewusst, retro, gemütlich, unkompliziert, irritierend und einfach und der Festlegung auf eine 18- bis 40-Jahre-alte, alternative, indie-/rockmusikinteressierte Zielgruppe, entwickelten wir ein variables Programm für die Kommunikationsbemühungen und -maßnahmen sowie die Innen- und Außenraumgestaltung.

Lösung

Der Ansatz ist größenteils typografischer Natur: Eine spezielle sowie eine etwas sperrige Schrift (Din 1451 Engschrift) mit plumpen Unterstreichungen zur Auszeichnung, konsequent quadratische Flächen sowie Linien bilden den Kern des Konzeptes. Farblich soll Einfachheit transportiert werden: viel Schwarz, wenig Weiß und ein frisches, sympathisches Grün. Die konsequente Anwendung des Farbklimas auch im Außenbereich erscheint sicherlich genauso merkwürdig und unkonventionell wie die visuelle Umsetzung des Namens. Wichtig schien es uns, nicht die erwarteten Assoziationen mit dem Namen Grand Hotel zu bedienen, um sich so abzusetzen und Irritation hervorzurufen. Schließlich sollten nicht die allzu sehr erwarteten Klischees bedient werden wie beispielsweise rote Samtvorhänge etc. – das wäre nicht angemessen und wohl im Endeffekt langweilig gewesen.

Visuell zitiert das Erscheinungsbild entfernt vergangene Zeiten und orientiert sich an der Ästhetik alter Schaltpläne und Telefunken. Durch die quadratische Grundform lässt sich der Schriftzug drehen und wenden wie man will. Primär stehen die Irritation und die damit verbundene Prägnanz im Fokus der Außendarstellung.

Die Getränkekarte im Format 20 cm x 20 cm wurde auf 5 mm dickem, ruppigem Graukarton beidseitig im Siebdruckverfahren hergestellt. Der Schriftzug auf der Vorderseite variiert vom eigentlichen Logo und zeigt so den programmatischen Ansatz: Es bleibt dennoch sehr stark. Die Rückseite mit den Getränkeinformationen wird durch Schaltplanelemente wie Linien sowie durch die Überschriften strukturiert.

Die Kommunikation beruht neben Anzeigen hauptsächlich auf dem Medium Flyer. Die Motive auf den Vorderseiten variieren im Stile des Logos – immer auf schwarzem Hintergrund und immer quadratisch. Auf der grünen Rückseite hingegen geht ’s um die Information. Auch sprachlich soll eine gewisse Überhöhung Sympathie wecken.

Die Wochenübersicht mit allen Specials würde auf dünnem Naturpapier mit Schwarz und einer Sonderfarbe gedruckt. Durch die Kreuzbruchfalz lässt er sich auf ein handliches Format von 9,5 cm zum Quadrat herunterfalzen. Auch hier wird durch die Quadratform und die gestürzten und auf den Kopf gestellten Elemente die Ordnung aufgehoben.

Die Getränkekarte
Diverse Flyer
Die Wochenübersicht